JAEB Hamm 2020/2021 gewählt

v.l. Melanie Kade, Daniela Stahlhut, Verena Butgereit, Jessica Mehringskötter, Alexandra Nuß, Julia Lackmann, Melanie Holtsträter, Imke Schröer, Lea Fiebig, Ricarda Müller, Elisa Metz, Eda Ünlü

Der neue Jugendamtselternbeirat (JAEB) Hamm hat sich zu seiner ersten Sitzung in diesem Kita-Jahr per Videokonferenz getroffen und erstmals digital einen Vorstand gewählt. Die zwölf neuen ehrenamtlichen Mitglieder der stadtweiten Elternvertretung für Kitas und Tagespflege haben anschließend über aktuelle Fragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise diskutiert.

„Familien stehen seit Monaten unter Druck, berufliche und finanzielle Sorgen belasten den Alltag. Die Betreuungssituation für kleine Kinder steht immer wieder auf der Kippe“, stellt Ricarda Müller fest, die als 1. Vorsitzende des JAEB Hamm wiedergewählt wurde. Sie begrüßt, „dass nicht nur die Politik vor Ort, sondern auch landes- und bundesweit, inzwischen anerkennt, wie wichtig frühkindliche Bildung und der fördernde Alltag in Kita und Tagespflege für Kinder sind“.

Doch dieser Alltag habe sich spürbar verändert, nicht nur für Erzieher und Kinder. Mit Betretungsverboten für Eltern oder dem Wegfall vieler Rituale wie Kita-Festen oder Aktionsnachmittagen „findet die Erziehungspartnerschaft zwischen Einrichtung und Eltern nicht mehr überall wie gewohnt statt“, sorgt sich Ricarda Müller. „Das verständnisvolle Miteinander zwischen Erziehern und Eltern, aber auch der Kontakt unter den Eltern leidet darunter.“

Der JAEB Hamm möchte Kita-Eltern daher nicht nur bei Fragen und Sorgen als Ratgeber zur Seite stehen, sondern daran arbeiten, eine starke Eltern-Lobby aufzubauen. Dies sei gerade jetzt wichtiger denn je, denn die Corona-Krise zeige deutlich, welche Folgen lang bestehende Probleme wie knappe Finanzierung der Kitas oder der anhaltende Personalmangel in dieser Krisensituation haben. „Fallen Erzieher wegen Krankheit oder Quarantäne aus, bedeutet das in Zeiten von getrennten Gruppen und erhöhtem Aufwand für Infektionsschutz vermehrt Einschränkungen bei der Betreuungsqualität oder bei den Öffnungszeiten“, betont Ricarda Müller. Die pädagogische Arbeit bliebe im Moment zu oft auf der Strecke, Kita-Personal und Tageseltern arbeiteten seit Monaten an der Grenze der Belastbarkeit.

Dass sich in Hamm derweil einiges für Familien und für bessere Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung bewegt, begrüßen die Mitglieder des JAEB Hamm. Dabei geht es nicht nur um die für 2021 von der Ampelkoalition angekündigte Überarbeitung der Eltern-Beiträgssätze für Kita und Tagespflege. Auch der langfristige Ausbau der Kita-Plätze, die Stärkung der Tagespflege und die Verbesserung der Wahlmöglichkeiten für Eltern stünden längst im Fokus der Verantwortlichen vor Ort. „Wir setzen uns dafür ein, die Elternschaft in diesen Prozessen und im offenen Dialog mit Verwaltung, Kita-Trägern und Politik zu vertreten“, schließt Müller ab.

Die Mitglieder des JAEB Hamm 2020/2021: Ricarda Müller (Martin-Luther-Kindergarten, 1. Vorsitzende), Melanie Kade (Movere Kita, 2. Vorsitzende), Elisa Metz (Kita Ermelinghof), Melanie Holtsträter (Kita Gellerthaus), Verena Butgereit (Sportkita Kusselkopp), Eda Ünlü (AWO Kita Langestraße), Imke Schröer (DRK Kita Leuchtturm), Lea Fiebig (DRK Kita Schatzkiste), Jessica Mehringskötter (Kita St. Bonifatius, Werries), Daniela Stahlhut (Kita Johannes), Julia Lackmann (Kita St. Victor), Alexandra Nuß (Johanniter Kita Krußenkamp)